Teil- oder Vollkaskoversicherung – was macht Sinn?

Sind Sie auf der Suche nach dem besten Schutz für Ihr Auto? Welche Versicherung Ihnen diesen bietet, hängt von einer Vielzahl an Faktoren ab, etwa ob es sich um einen Gebraucht- oder Neuwagen handelt oder wie viel Sie bereit sind an Prämie zu bezahlen. Grundsätzlich sollten Sie wissen, dass in Österreich eine Kfz-Haftpflichtversicherung gesetzlich vorgeschrieben ist. Zusätzlich können Sie den Schutz für Ihr Auto mit einer Teil- oder Vollkaskoversicherung oder durch eine Parkschadenversicherung erhöhen. Wir geben Ihnen einen kleinen Überblick und erklären die wichtigsten Unterschiede, damit Sie die passende Versicherung finden:

Kfz-Haftpflichtversicherung

Eine Kfz-Haftpflichtversicherung übernimmt Schäden Dritter, falls Sie einen Unfall verschulden. Darin enthalten sind Schäden am Auto des Unfallgegners, Schmerzensgeld, Vergütungen für den Verdienstentgang, die Übernahme von Regressforderungen sowie Heilkosten, die nicht die Krankenkasse des Unfallopfers zahlt. Die Prämie wird nach dem Bonus-Malus-System festgelegt. Fahranfänger:innen steigen in der Basisstufe 9 ein und zahlen einen recht hohen Prämienbetrag. Mit jedem unfallfreien Jahr verringert sich die Prämie. Kommt es zu Schadensfällen, steigt die Prämie – so will man Anreize für ein unfallfreies Fahren schaffen. Gesetzlich vorgeschrieben ist bei der Kfz-Haftpflichtversicherung in Österreich eine Mindestversicherungssumme von 7,79 Mio. Euro. Diese Summe kann bei schwerwiegenden Unfällen schnell erreicht werden, deshalb lohnt es sich unter Umständen, die Versicherungssumme zu erhöhen. Lassen Sie sich am besten von Expert:innen beraten, um Ihr Risiko zu minimieren. Schäden an Ihrem eigenen Auto sind nicht durch die Haftpflichtversicherung gedeckt, dafür benötigen Sie eine Kaskoversicherung. Ob Sie sich für eine Teil- oder Vollkaskoversicherung entscheiden, hängt vom gewünschten Versicherungsumfang und dem Zustand Ihres Autos ab.

Teilkaskoversicherung

Die Teilkaskoversicherung übernimmt vor allem Elementarschäden, die durch Brand, Überschwemmung, Blitzschlag, Hagel, Sturm oder Steinschlag entstehen. Auch Diebstahl, Marderbisse, der Zusammenstoß mit Haarwild sowie Glasbruch der Front- und Heckscheibe können inkludiert sein. Im Vergleich zur Vollkaskoversicherung ist die Prämie bei der Teilkaskoversicherung meist günstiger. Allerdings variieren die Angebote der Versicherer stark, weshalb sich ein Vergleich lohnt. In manchen Teilkaskoversicherungen sind Vandalismus- und Parkschäden bereits enthalten, bei anderen müssen diese Schadensfälle separat als Baustein erweitert werden.

Parkschadenkaskoversicherung

Die Parkschadenkaskoversicherung ist eine Erweiterung der Teilkaskoversicherung um Park- sowie Vandalismusschäden. Ein Parkschaden liegt dann vor, wenn ein geparktes Auto durch ein anderes Fahrzeug beschädigt wird. Häufig ereignen sich Parkschäden in Parkgaragen oder auf Parkplätzen von Supermärkten. Laut Gesetz muss in solchen Fällen die Polizei verständigt werden, aber die Realität sieht häufig anders aus. Immer wieder begehen Schadenverursacher:innen Fahrerflucht, sodass die geschädigte Person auf den Reparaturkosten sitzen bleibt. Wird ein Auto mutwillig beschädigt, z.B. indem das Auto mit einem Schlüssel zerkratzt wird, spricht man von Vandalismusschäden. In beiden Fällen übernimmt eine Parkschadenversicherung die Kosten für den entstandenen Schaden, sollte die Person, die den Schaden verursacht hat, nicht auffindbar sein.

Vollkaskoversicherung

Die Vollkaskoversicherung ist beim Kauf eines Neuwagens besonders interessant. Bei leasing- oder kreditfinanzierten Autos wird die Kaskoversicherung meist vorausgesetzt. Neben sämtlichen Leistungen einer Teilkaskoversicherung sind bei der Vollkasko zusätzlich Schäden am eigenen Fahrzeug – auch nach einem selbstverschuldeten Unfall – Schäden durch deliktunfähige Kinder sowie Park- und Vandalismusschäden inkludiert. Selbst spezielle Schäden wie Benzinklau können bei einer Vollkaskoversicherung enthalten sein. Von der Versicherung ausgeschlossen sind Schäden für Instandhaltung und infolge von Verschleiß.

Unterschied Teil- und Vollkaskoversicherung

Der Hauptunterschied zwischen Teil- und Vollkaskoversicherung liegt also darin, dass bei der Vollkasko-Variante eigenverschuldete Schäden am Auto des Versicherten sowie Vandalismusschäden übernommen werden. Im Falle von Fahrerflucht bleiben Personen mit einer Teilkaskoversicherung auf Ihren Kosten sitzen, nicht aber mit einer Vollkaskoversicherung.

Ausschlüsse und Selbstbehalte

Beachten Sie mögliche Ausschlüsse in der Kaskoversicherung. Nicht versichert sind Schäden, die infolge von (illegalen) Autorennen, Krieg, inneren Unruhen, Erdbeben sowie Kernenergie entstehen. Beschädigte Reifen sowie Brems-, Betriebs- und reine Bruchschäden sind in den meisten Fällen ebenfalls nicht in der Polizze enthalten. Bei grob fahrlässigen Handlungen, z.B. das Überfahren einer roten Ampel oder das Fahren unter Alkoholeinfluss, bleibt die Kaskoversicherung im Schadensfall teilweise oder gänzlich leistungsfrei. In diesem Zusammenhang kommt es immer wieder zu Streitfällen. Dieses Risiko können Sie vermeiden, indem Sie den Baustein „grobe Fahrlässigkeit“ in Ihre Versicherung aufnehmen lassen. Auch die Höhe der Selbstbehalte variieren je nach Anbieter stark. Besonders Jugendliche und Senioren müssen mit höheren Selbstbehalten rechnen, da ihnen aufgrund der geringen Fahrerfahrung bzw. des Alters ein erhöhtes Risiko zugesprochen wird. Möchte man den Selbstbehalt verringern, muss man mit Zuschlägen auf die Prämie rechnen.

Folgende Merkmale haben Auswirkung auf die Prämienhöhe:

  • Typ des Kfz
  • gewünschte Leistungen
  • Selbstbeteiligung


Je nach Ort der Kfz-Zulassung, wird das Risiko von den Versicherern in Bezug auf Unfälle, Diebstahl oder Schadensmeldung unterschiedlich hoch eingestuft. Die Kategorisierung nach Fahrzeugmodell funktioniert ähnlich. Abhängig vom Modell treten häufiger Schäden auf oder Ersatzteile sind teurer, was sich wiederum auf die Prämienhöhe auswirkt. Es kann von Vorteil sein, Reparaturkosten für kleinere Schäden am Auto aus eigener Tasche zu bezahlen. Jede Inanspruchnahme der Versicherungsleistung kann eine Rückstufung im Bonus-Malus-System führen und die Prämie erhöhen, außer die Bonusstufe ist fixiert.

Inwieweit Sie Ihr Risiko minimieren möchten, müssen Sie selbst entscheiden. Die Versicherung mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis finden die unabhängigen Versicherungsmakler:innen für Sie – vereinbaren Sie ein Beratungsgespräch!

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